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WISSEN ›› Biographie von Pierre-Auguste Renoir
Biographie

Biographie von Pierre-Auguste Renoir

Das Frühstück der Ruderer von RenoirPierre-Auguste Renoir (1841 - 1919) gilt als einer der ganz typischen Vertreter des Impressionismus. Allerdings ist in seinem Spätwerk eine Abwendung von leicht Hingetupften zur flächigeren Malweise zu erkennen, die bereits den Expressionismus ahnen lässt.

 

Auguste Renoir – frühes Talent, nicht ausschließlich in seinen Bildern

Woher Renoirs Talent stammt, ist nicht geklärt. Seine Eltern waren Arbeiter mit Schneiderberufen und ließen den Sohn eine Lehre als Porzellanmaler absolvieren. Bereits zu Beginn offenbarte sich ein beachtliches Talent, was seine Ausbilder dazu bewog, ihm bereits frühzeitig sehr anspruchsvolle Arbeiten anzuvertrauen. Leider musste der Betrieb schon wenig später schließen, weil für die aufwendigen Manufakturen kein Platz mehr war.


Renoir lebte vorübergehend vom Bemalen von Markisen und Fächern, nahm aber bald professionellen Malunterricht und schloss sich schließlich an die bereits erfahrenen Impressionisten Monet, Bazille und Sisley an. Er nahm gierig deren Methoden an, insbesondere die, stets nach dem Leben und dem Modell zu malen. Dies bedeutet, dass in der Malerei keine Überhöhung der Kunst stattfinden sollte, sondern eher ein beinahe realistischer Ansatz zu verfolgen sei. Renoir hatte das Glück, zu einer Zeit mit dem Malen zu beginnen, als die offiziellen Lehrmeinungen sich bereits ganz allmählich dem impressionistischen Geschmack anzunähern begannen.


So durfte er sogar in dem so begehrten Salon de Paris schon 1868 ein Gemälde ausstellen, und zwar Lise mit dem Sonnenschirm. Es zeigt deutlich impressionistische Züge. Und aus diesem Grund ist es überraschend, dass die Juroren es überhaupt akzeptiert hatten. Trotz dieses Erfolgs und obwohl die Malerkollegen seine Bilder sehr lobten, schaffte er es nicht, sie in auch nur annährend ausreichendem Maß zu verkaufen. Auch die Teilnahme an den reinen Impressionisten-Ausstellungen änderte daran kaum etwas. Die desolate finanzielle Lage hinderte Renoir jedoch nicht daran, in seinen Bildern ein großes Maß an Lebensfreude auszudrücken. Und obwohl er selbst kaum Zugang zu gesellschaftlichen Veranstaltungen hatte, malte er sie in einer Art, dass sie die heutigen Betrachter in ihren Bann ziehen.

 

Auguste Renoir – Abkehr vom Impressionismus

Um die Mitte der 1870er Jahre wandte sich Renoirs bis dahin desolate wirtschaftliche Situation endlich zu einer sehr auskömmlichen. Durch die Bekanntschaft einflussreicher Persönlichkeiten erhielt er zahllose Aufträge insbesondere für Porträts. Dies ermöglichte es ihm, Studienreisen zu unternehmen, so etwa 1881 nach Italien. Speziell der Aufenthalt dort sollte seine gesamte Malweise verändern. Denn er hatte sich intensiv mit Raffael und seinen Fresken beschäftigt, zudem auch mit Ingres, der die offiziell anerkannte Malerei im Frankreich des 19. Jahrhunderts vertrat. Bei ihm war nichts von impressionistischen Zügen zu erkennen, vielmehr stellte er die Personen seiner Porträts und der Historiengemälde klar und gut erkennbar dar.


Die Moulin de la Galette von RenoirDiesen Stil machte sich Renoir schließlich zu eigen. Die Formen waren jetzt stärker gegeneinander abgegrenzt, der gesamte Ausdruck wurde dabei flächiger. Dennoch: Auch die späteren Bilder strömen die bereits zuvor typische Lebensfreude aus. Die beinahe sinnliche und vor allem sehr farbenfrohe Malweise bleibt bis zu seinen letzten Bildern spürbar.

 

Auguste Renoir – große Akzeptanz seines Schicksals

Obwohl das Leben Renoirs keineswegs immer glatt verlief, verzagte er nicht. Vielmehr nahm er sein Schicksal in jeder Lebenslage an und arbeitete kontinuierlich weiter an seinem Traum. Überraschend ist der Frohsinn, der in all seinen Bildern zu spüren ist. Das gesellschaftliche Geschehen seiner Zeitgenossen lief großenteils an ihm vorbei. Dennoch fing er die dort herrschende Heiterkeit treffend ein.


Auguste Renoir war insgesamt ein sehr umgänglicher Mensch. Sogar die Nähe zu seinen Malerkollegen störte ihn nicht. Im Gegenteil: Er liebte es, mit ihnen gemeinsam im Freien zu stehen und teilweise sogar dieselben Motive abzubilden. Dieses Zusammenwirken wäre für weniger verträgliche Menschen unvorstellbar gewesen. Selbst im Alter verließen ihn die lebensbejahende Einstellung und der Optimismus nicht. In seinen letzten Lebensjahren litt Renoir an einer schmerzhaften Arthrose, die ihn in den Rollstuhl zwang. Dennoch war sein Wunsch zu malen ungebrochen. Da er zuletzt auch nicht mehr den Pinsel halten konnte, ließ er ihn sich an die Hand binden – großartige Meisterwerke gingen aus diesem misslichen Zustand hervor. 


 

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